Branchentag in der Landesdirektion Sachsen in Chemnitz

Branchentag in der Landesdirektion SachsenUlrich Stock, DVG Bundesvorsitzender, 2.v.l.; Jürgen Kretzschmar, stellv. DVG Bundesvorsitzender, 3.v.l.; Ulrich Silberbach , dbb Bundesvorsitzender, vorne rechts. Foto: Friedhelm Windmüller

Am 22. Oktober 2018 begannen die vom DBB organisierten Branchentage zur Einkommensrunde 2019 für die Beschäftigten der Landesverwaltungen in der Landesdirektion Sachsen in Chemnitz.

Jürgen Kretzschmar, Vorsitzender der DVG Sachsen sowie stellv. Vorsitzender und Tarifchef der DVG freute sich über die Teilnahme des DBB-Vorsitzenden Ulrich Silberbach, des DVG-Bundesvorsitzenden Ulrich Stock, mehrerer Landesleitungsmitglieder des SBB und des Präsidenten der Landesdirektion Sachsen, Dietrich Gökelmann.

Anliegen des Branchentages war es, die Forderungen, Erwartungen und Vorstellungen der Mitarbeiter aus der Allgemeinen Verwaltung im Landesdienst Sachsens für die anstehenden Tarifverhandlungen am 21. Januar, 6. und 7. Februar und 28. Februar bis 2. März 2019 zum TV-L zu erfahren.

Nach einer kurzen Begrüßung durch den Hausherrn, Herrn Präsident Gökelmann, und zwei Statements von Ulrich Silberbach und Jürgen Kretzschmar entspann sich eine rege Diskussion zur bevorstehenden Einkommensrunde. Schnell wurde klar, dass nicht nur eine spürbare Einkommensverbesserung zur Schließung der Lücke zur Bezahlung bei Bund und Kommunen erwartet wird (10 % lineare Erhöhung bei einer modernisierten Tabellenstruktur), auch wenn dieser Lückenschluss essentiell für die Gewinnung von Nachwuchs- und Fachkräften in den Landesverwaltungen ist. Eine Verbesserung der Entgeltordnung und die stufengleiche Höhergruppierung werden als unerlässlich angesehen. Wichtig ist auch die Verbesserung der Arbeitsbedingungen hinsichtlich Arbeitszeit, Fortbildungsmöglichkeiten, Altersvorsorge, vermögenswirksamer Leistungen und der Wertschätzung durch die Vorgesetzten. Kontrovers wurde auch über die Einführung von leistungsorientierter Bezahlung diskutiert. Einhelligkeit bestand hinsichtlich der Forderung, Reisezeiten als Arbeitszeiten anzuerkennen.

Ulrich Silberbach, Verhandlungsführer des DBB bei den Tarifverhandlungen wies darauf hin, dass das Vergütungssystem ein Verbundsystem sei. Wenn die Arbeitgeber an der einen Stelle Zugeständnisse machen müssen, werden sie an der anderen Stelle sparen wollen.

Er versprach, die in Chemnitz gewonnenen Erkenntnisse neben den Hinweisen aus den anderen 19 folgenden bundesweiten Branchentagen in die Forderungsfindung des DBB am 20. Dezember 2018 in der Bundestarifkommission und in die Tarifverhandlungen einfließen zu lassen. Jede Tarifverhandlung sei eine Suche nach Kompromissen und überzogene Erwartungen führen allzu oft zu Enttäuschungen. Also bleiben wir sachlich und optimistisch, um die Hauptforderungen der Gewerkschaften in den Tarifverhandlungen durchsetzen zu können.

Vielen Dank an die Organisatoren in Chemnitz und Berlin und an die teilnehmenden Gewerkschaftsmitglieder!